Gewerkschaften

Stiedl bleibt DGB-Chef in Bayern – Kritik an Staatsregierung

23. Januar 2026 , 14:56 Uhr

Stiedl geht in seine zweite Amtszeit als DGB-Vorsitzender. Welche Gesetze er in Bayern vermisst und was er der Staatsregierung vorwirft.

Der bayerische DGB-Chef Bernhard Stiedl bleibt für weitere vier Jahre im Amt. Bei der Bezirkskonferenz des DGB Bayern in Ingolstadt wurde der 55-Jährige mit großer Mehrheit ein weiteres Mal zum Vorsitzenden gewählt.

Er sei von den Delegierten mit knapp 97 Prozent Zustimmung wiedergewählt worden, teilte ein DGB-Sprecher mit. Stiedl führt den bayerischen Gewerkschaftsbund seit Anfang 2022 und geht nun in seine zweite Amtszeit.

Neue stellvertretende Vorsitzende wurde Marietta Eder. Sie erhielt sogar fast 99 Prozent der gültigen Stimmen. Eder war bislang Verdi-Geschäftsführerin in Schweinfurt und wechselt nun in die DGB-Zentrale nach München. Die bisherige Vize-Chefin des bayerischen DGB, Verena Di Pasquale, hatte nach zwölf Jahren im Amt nicht erneut kandidiert.

DGB-Landeschef sieht gesetzliche Lücken im Freistaat

Vor seiner Wiederwahl kritisierte Stiedl die Sozial- und Wirtschaftspolitik der Staatsregierung. So gebe es in Bayern weder ein Bildungszeitgesetz noch ein Tariftreuegesetz, obwohl diese Instrumente in anderen Bundesländern längst etabliert seien. Mit diesen Gesetzen wird ein Weiterbildungsanspruch und die Einhaltung von tariflichen Standards bei öffentlichen Aufträgen geregelt. 

«In Bayern erleben wir eine Politik, die sich oft mit konservativen Ritualen begnügt», meinte Stiedl. «Soziale Missstände werden verharmlost, Weiterbildung wird ausgesessen, Tarifbindung ist und bleibt für diese Staatsregierung ein Fremdwort.» Obwohl Bayern ein reiches Bundesland sei, müssten viele Arbeitnehmer im Freistaat darum kämpfen, einigermaßen über die Runden zu kommen.

Quelle: dpa

Bayern Gewerkschaft

Das könnte Dich auch interessieren

27.01.2026 Warnstreiks an Bayerns Hochschulen Ob Verwaltung, Lehre oder Mensa: An vielen Hochschulstandorten in Bayern sind Warnstreiks angekündigt. Die Gewerkschaften fordern eine «verlässliche Grundfinanzierung» - und gute Tarifbedingungen. 24.01.2026 DGB will Acht-Stunden-Tag retten Die Bundesregierung will das Arbeitszeitgesetz flexibler machen - mit wöchentlicher Höchstarbeitszeit anstelle des Acht-Stunden-Tags. Die Gewerkschaften sperren sich. 28.01.2026 Zahl getöteter Greifvögel in Bayern angestiegen Immer wieder werden in Bayern Greifvögel vergiftet – oft mit verbotenen Nervengiften wie Carbofuran. Die Mittel sind auch für Haustiere und Menschen gefährlich. 28.01.2026 Senioren mit Messer bedroht - Nachbar schreitet ein Ein Mann hört Hilfeschreie aus einer Nachbarwohnung, weil ein Ehepaar mit einem Messer bedroht wird. Er greift ein und es kommt zum Gerangel. Der Täter flüchtet schließlich.