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Umweltminister: Audi wettet «auf ein totes Pferd»

28. Oktober 2026 , 01:00 Uhr

Der Auftritt von Audi-Chef Döllner bei einer Veranstaltung von US-Präsident Trump erregt seit Tagen die Gemüter. Nun gibt es aus der Bundesregierung auch grundsätzliche Kritik am geplanten Audi-Werk.

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat die Planung des Autoherstellers Audi für ein neues Werk in den USA mit scharfen Worten kritisiert. «Während sich weite Teile der Welt aufmachen hin zur technisch überlegenen Elektromobilität, wettet Audi auf fossile Energien und damit auf ein totes Pferd», sagte Schneider dem «Kölner Stadt-Anzeiger». «Mal ganz abgesehen von den mehr als unappetitlichen Umständen dieser Verkündung, muss man auch Zweifel an der Zukunftsfähigkeit dieser Entscheidung haben.»

Audi-Chef Gernot Döllner war am Wochenende zusammen mit Donald Trump auf einer Wahlkampfbühne aufgetreten und hatte dort den Bau eines eigenen US-Werks im Bundesstaat Georgia mit rund 4.500 Arbeitsplätzen angekündigt. In den USA will Audi SUVs bauen, unter anderem den neuen besonders großen und damit auf den US-Markt zugeschnittenen Q9.

Kritik an Audi-Chef Döllner nach Auftritt mit Trump

Seither steht er in der Kritik von verschiedenen Seiten, sogar sein Rücktritt wurde bereits gefordert. Audi hat eigentlich interne Richtlinien, die Auftritte im Wahlkampf kurz vor Wahlen verbieten. In den USA stehen am 3. November die Zwischenwahlen an.

Die Menschen in Deutschland sehen den Auftritt von Döllner mehrheitlich kritisch. In einer repräsentativen Umfrage von YouGov sagten 39 Prozent der Befragten, dass sie es «überhaupt nicht angemessen» finden, dass Döllner dort den Bau eines Werks in den USA angekündigt hat. Weitere 18 Prozent finden es «eher nicht angemessen». Das sind deutlich mehr als die Befürworter: 7 Prozent finden den Auftritt kurz vor den Zwischenwahlen in den USA «voll und ganz angemessen», weitere 11 Prozent «eher angemessen».

Audi ist derzeit stark unter Druck. Die Absätze und Erträge sind seit Jahren im Sinkflug, das Unternehmen hat bereits Stellen abgebaut und weiterer Jobabbau steht im Raum. Anders als die Konkurrenten BMW und Mercedes haben die Ingolstädter aber kein eigenes Werk in den USA. Trumps Zölle treffen sie also besonders hart. Das schlägt sich auch in den Absatzzahlen nieder: Im dritten Quartal sackten sie bei Audi nicht nur – wie bei allen deutschen Herstellern – in China ab, sondern auch in den USA. Wie sich das auf Gewinn und Umsatz ausgewirkt hat, ist noch nicht bekannt. Audi veröffentlicht diese Zahlen erst am Freitag.

Quelle: dpa

 

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