Für seinen lebensrettenden Einsatz auf einem Flug der Airline Flydubai ist der schwer verletzte Pilot der Maschine in den Vereinigten Arabischen Emiraten geehrt worden. Während der Zeremonie trug der indische Flugkapitän Smit Machchhar seinen verbundenen linken Arm in einer Schlinge, auch die linke Hand war weitgehend verbunden. Ein Video davon wurde vom staatlichen Dubai Media Office veröffentlicht. Darin ist auch zu sehen, dass seine Haare am Hinterkopf deutlich kürzer und wohl gerade erst nachgewachsen sind. Fotos aus dem Krankenhaus hatten Machchhar Anfang Oktober noch mit einem Kopfverband gezeigt.
Die örtliche Nachrichtenseite «Gulf News» veröffentlichte ein Foto, auf dem Machchhar vom Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, umarmt wird. Neben dem Piloten wurde auch die weitere Besatzung der Maschine für ihren mutigen Einsatz für die Sicherheit der Passagiere gewürdigt.
Auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv war es am 30. September im Cockpit zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Machchhar wurde von seinem Copiloten mit einer Axt angegriffen, schaffte es aber trotz seiner gravierenden Verletzungen, die Tür zum Cockpit zu öffnen. Mehrere Passagiere konnten daraufhin ins Cockpit eindringen und den Angreifer überwältigen. Das Flugzeug, das zuvor dramatisch an Höhe verloren hatte, wurde von einer zufällig mitreisenden zweiten Besatzung sicher im saudi-arabischen Tabuk zur Landung gebracht.
Die dramatischen Ereignisse im Cockpit schilderte Machchhar in einem Videotelefonat mit dem indischen Premierminister Narendra Modi. «Ich kämpfte in dem Moment um mein eigenes Leben, aber mir war auch klar, dass ich nicht so viele andere Menschen sterben lassen konnte», sagte er darin.
Der Flugkapitän wurde später in den Vereinigten Arabischen Emiraten behandelt. Dorthin wurde auch der aus dem Oman stammende Copilot nach seiner Festnahme gebracht. Er hatte laut den Ermittlern aus den Emiraten vor, das Flugzeug auf den israelischen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv stürzen zu lassen.
Quelle: dpa