Für das Schloss Erkersreuth bei Selb im Landkreis Wunsiedel gibt es 2,4 Millionen Euro aus dem Entschädigungsfonds. Das hat Bayerns Kultusminister Blume bekannt gegeben. Die Ursprünge des historischen Rittersitzes reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Das heutige Barockschloss mit seinen markanten Mansardendächern wurde 1748 errichtet. Bei der Sanierung sollen unter anderem der Festsaal und der Rittersaal erhalten werden. Das Landesamt für Denkmalpflege begleitet die Arbeiten.
Im Jahr 1879 pachtete der jüdische Unternehmer Philipp Rosenthal das Schloss. Zusammen mit vier Porzellanmalern richtete er in den Räumen eine bescheidene Porzellanmalerei ein – es war der offizielle Grundstein für die Weltmarke Rosenthal. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Rückkehr der Familie aus dem Exil übernahm der legendäre Porzellanbaron, Designer und SPD-Politiker Philip Rosenthal (der Sohn des Gründers) das Anwesen im Jahr 1953. Er verwandelte das marode Schloss in ein exzentrisches Gesamtkunstwerk nach dem Motto „Das echt Neue mit dem echt Alten verbinden“.
Nach dem Tod von Philip Rosenthal stand das Schloss lange Zeit leer und verfiel zusehends. Im Jahr 2020 kaufte die Stiftung Kulturerbe Bayern das Schloss, um das geschichtsträchtige Erbe vor dem Untergang zu retten.