Der designierte neue General Manager der Bayreuther Festspiele, Matthias Rädel, kommt später als geplant nach Bayreuth. Wie der Nordbayerische Kurier berichtet, soll der Wechsel von der Deutschen Oper Berlin nun erst im Herbst erfolgen. Ursprünglich sollte Rädel ab Januar gemeinsam mit Festspielleiterin Katharina Wagner die Festspiele führen.
Bisher vereinte Katharina Wagner sowohl die künstlerische Leitung als auch die Geschäftsführung in einer Person. Mit dem neuen General Manager würde diese Macht erstmals geteilt.
Genau darin liegt aber auch ein Konflikt: Die Satzung der Richard-Wagner-Stiftung sieht traditionell vor, dass die Festspiele von einem Mitglied der Familie Wagner als „eigenverantwortlicher Unternehmer“ geführt werden. Ein starker General Manager würde diese Sonderrolle deutlich einschränken. Andererseits drängen die Gesellschafter auf mehr Kontrolle: Bund und Freistaat Bayern halten jeweils 37 Prozent der Anteile und finanzieren den Großteil der Festspiele plus die rund 200 Millionen Euro teure Sanierung.