Feuerwehreinsatz

Waldbrand am Saurüsselkopf – Katastrophenfall ausgerufen

04. Mai 2026 , 11:58 Uhr

Am Saurüsselkopf bei Ruhpolding in den Chiemgauer Bergen brennt es weiter. Das Gebiet ist schwer zugänglich. Der Landrat ruft den Katastrophenfall aus. Was sind die Gründe?

Das Landratsamt Traunstein hat wegen des Brandes am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen den Katastrophenfall ausgerufen. Die Entscheidung habe Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) am Morgen getroffen, teilte das Landratsamt mit. An dem Berg lodern seit Sonntagabend die Flammen. Das Gebiet ist schwer zugänglich. Die Brandursache ist noch unklar. 

Im Zentrum der Einsatzmaßnahmen stehe das Trinkwasserschutzgebiet des Ruhpoldinger Ortsteils Laubau, erläuterte das Landratsamt. Ziel sei es, eine weitere Ausbreitung des Brandes innerhalb des Schutzgebiets zu verhindern und alle verfügbaren Kräfte und Mittel bestmöglich einzusetzen. 

Die Feststellung des Katastrophenfalls, bei dem Einsatzkräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert werden, sei angesichts der Lage ein notwendiger Schritt, erläuterte Danzer laut Mitteilung. «Jetzt geht es darum, alle Kräfte bestmöglich zu koordinieren und das Trinkwasserschutzgebiet Laubau wirksam zu schützen.» Zum Einsatzleiter sei Kreisbrandrat Christoph Grundner bestellt worden.

Dichter Rauch 

Dichter Rauch steigt weiter aus einem bewaldeten Berg auf, wie aktuelle Bilder einer Webcam zeigen. Derzeit sind laut Gemeinde zwei Hubschrauber der Landespolizei im Löscheinsatz, ein weiterer Hubschrauber sollte hinzukommen, wie die Gemeinde Ruhpolding mitteilte.

Die Feuerwehr kämpft parallel dazu am Boden gegen das Feuer, etwa mit Bewässerungsmaßnahmen entlang der Forstwege im Bereich Seekopf. Die Lage werde laufend überwacht und bewertet. Ein direktes Eingreifen am Boden sei aufgrund der steilen und schwer zugänglichen Lage «nicht zielführend und würde eine Gefährdung für die einzelnen Kräfte darstellen», hatte die Gemeinde erläutert. 

Feuerwehren aus Ruhpolding und umliegenden Orten sind im Einsatz. Laut Gemeinde sind rund vier bis fünf Hektar Waldfläche betroffen. 

Ascheregen möglich 

Im betroffenen Gebiet südlich des Ortsteils Laubau und der Chiemgau Arena könnte es Ascheregen geben. In diesem Fall sollten Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten und den Aufenthalt im Freien nach Möglichkeit reduzieren.

Aktuell bestehe aber keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Dennoch mahnte die Gemeinde, das Gebiet weiträumig zu meiden und die Zufahrtswege für Einsatzkräfte freizuhalten. 

Der Brand war am Sonntagabend nach tagelanger Trockenheit mit warmen Temperaturen und Sonnenschein ausgebrochen.

Quelle: dpa

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