Britische Royals

Warum Prinzessin Kate Großbritannien so bewegt

09. Januar 2026 , 05:00 Uhr

Die Frau, die in nicht allzu ferner Zukunft als Queen bekannt sein könnte, ist zu ihrem 44. Geburtstag populärer denn je. Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs?

Ausgerechnet eine als Bürgerliche geborene Royal ist das beliebteste Mitglied der britischen Königsfamilie. Prinzessin Kate, die heute ihren 44. Geburtstag feiert, überholte ihren Mann, Prinz William (43), im Ranking der populärsten Royals des Meinungsforschungsinstituts YouGov: Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Menschen in Großbritannien haben demnach ein positives Bild der als Catherine Middleton geborenen Princess of Wales.

Thronfolger William liegt auf der Rangliste, die auf Grundlage von Millionen im Netz erhobener Daten erstellt wird, mit 62 Prozent inzwischen deutlich hinter seiner Gattin. Auf ihn folgt Prinzessin Anne (75) mit 59 Prozent, König Charles (77) sieht dagegen nur knapp mehr als die Hälfte der Menschen (54 Prozent) in einem positiven Licht. Schlusslicht unter den bekannteren Royals ist dessen in Verruf geratener Bruder Andrew Mountbatten-Windsor (65) mit gerade einmal 13 Prozent.

Kate, nicht Camilla, nimmt zur Rechten der Staatsgäste Platz

Kates Beliebtheit scheint sich auch in einer – gemessen an ihrem Rang – überproportionalen Rolle im Königshaus widerzuspiegeln: Beim Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump im September ist es nicht Königin Camilla, sondern Kate, die zur Rechten des hohen Besuchs Platz nimmt. Genauso ist es, als im Dezember Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Windsor kommt.

Doch woran liegt es, dass Kate so erfolgreich ist? Sportlich und modebewusst macht sie ohne Zweifel eine gute Figur. Doch das ist längst nicht der einzige Grund, meint Craig Prescott, Verfassungsexperte und Royal-Kenner von der Londoner Universität Royal Holloway im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Ihm zufolge ist es unter anderem gerade die bürgerliche Herkunft, die Kates Geheimnis ausmacht.

Er erinnert daran, als Kate nach der brutalen Entführung und Ermordung der Londonerin Sarah Everard durch einen Polizisten im Jahr 2021 einen spontan eingerichteten Gedenkort im Londoner Park Clapham Common besuchte. «Sie sprach darüber, wie sie sich selbst manchmal fürchtete, wenn sie nachts durch die Straßen Londons ging», sagt Prescott. Mit solchen Äußerungen könne sie «ein Stück Normalität in eine sehr, sehr merkwürdige und ungewöhnliche Institution einbringen».

Kate als Gegenmodell zu Herzogin Meghan

Durch ihr Pflichtbewusstsein für die Monarchie und ihre Hingabe zu wohltätigen Zwecken sei Kate zudem ein Gegenmodell zu der inzwischen in Großbritannien wenig geliebten Frau von Prinz Harry (41), Herzogin Meghan (44), die sich nach dem Ausscheiden des Paares aus dem engeren Kreis der Königsfamilie wieder einem Leben in der Welt der Stars zugewandt hat. Nur ein Viertel der Menschen in Großbritannien hat laut YouGov ein positives Bild von Meghan.

Auch Kates Krebserkrankung und der offene Umgang damit habe sie für viele Menschen nahbarer erscheinen lassen, glaubt Prescott. Mitte Januar 2024 war die Princess of Wales im Bauchraum operiert worden. Fast zwei Wochen verbrachte sie daraufhin im Krankenhaus. Noch während sie sich von dem Eingriff erholte, erhielt sie eine Krebsdiagnose. Bald darauf begann sie mit einer Chemotherapie, die sie inzwischen erfolgreich abschließen konnte. Um welche Art von Krebs es sich handelte, ist nicht bekannt.

Nach einer anfänglichen Phase wilder öffentlicher Spekulationen berichtete sie in mehreren Videobotschaften ungewöhnlich offen von ihrer Erkrankung. Sie zeigte sich dabei von ihrer verletzlichen Seite. «Die vergangenen neun Monate waren unglaublich hart für uns als Familie», sagte Kate in dem Video, bei dem sie das Ende ihrer Therapie verkündete. «Das Leben, wie man es kennt», könne sich «in einem einzigen Moment» verändern.

Geteilter Thron mit William?

Experte Prescott hält es für wahrscheinlich, dass die Königin in spe in der britischen Monarchie eine deutlich größere Bedeutung erlangen wird als frühere Gemahlinnen oder Gemahle, wie Queen Camilla oder der Mann der verstorbenen Queen Elizabeth II., Prinz Philip. «Es könnte sein, dass es, wenn William und Catherine König und Königin sind, in mancherlei Hinsicht eher so etwas wie eine gemeinsame Monarchie ist – zumindest, was die öffentliche Wahrnehmung betrifft», sagt er.

Mit ihrem alljährlichen Weihnachtsgottesdienst in der Westminster Abbey zu Ehren von Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, hat sich Kate jedenfalls ein Format geschaffen, das jetzt schon deutlich mehr Profil hat als vergleichbare Bemühungen Camillas. In einer Zeit, in der das Leben manchmal zerrissen oder unsicher erscheine, lade die Weihnachtszeit dazu ein, sich daran zu erinnern, wie wichtig es ist, einander mit Großzügigkeit, Verständnis und Hoffnung zu begegnen, schrieb sie in einer Grußbotschaft vor dem Event – und erhielt dafür beinahe so viel Beachtung wie die Weihnachtsansprache des Königs.

Quelle: dpa

 

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