Beschlüsse alleine bringen noch keine Oberleitung. Das sagt der Vorsitzende des IHK-Verkehrsausschusses Michael Möschel zur stockenden Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale. Für die Fortführung der Planungen im Abschnitt Nürnberg – Schnabelwaid hat der Haushaltsausschuss des Bundes im vergangenen Jahr die notwenigen Mittel freigegeben. Zudem besteht im Abschnitt Hof – Martinlamitz seit März Baurecht. Passiert sei seitens des Bundesverkehrsministeriums seitdem nichts. Es könne nicht sein, dass ein Beschluss gefasst wird und das Ministerium dies offenbar ignoriert, heißt es in der Mitteilung der IHK.
Auch der Wirtschaftsraum Kulmbach warte auf die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale. Denn nur dann gelinge die Umstellung von Diesel- auf Akkuhybridfahrzeuge auf der Oberfranken-Achse, so Michael Otte, Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach.
Auf tschechischer Seite wächst der Unmut ebenfalls. Bereits 1995 wurde die grenzüberschreitende Elektrifizierung als gemeinsames Ziel der beiden Länder definiert. Tschechien habe seine Hausaufgaben seit 2012 erledigt, auf deutscher Seite wachse der Investitionsstau, so die IHK.
Die Industrie- und Handelskammer fordert das Verkehrsministerium dazu auf, die erforderlichen Mittel für die Fortführung der Planung der Deutsche Bahn zur Verfügung zu stellen und dem Planungsrecht zwischen Hof und Martinlamitz Taten folgen zu lassen.