Kirche und Verteidigung

Wehrdienst: Evangelische Kirche will junge Menschen beraten

13. Januar 2026 , 12:31 Uhr

Bald verschickt die Bundeswehr die ersten Fragebögen zum neuen Wehrdienst. Evangelische junge Menschen in Bayern bekommen zudem Post von ihrer Kirche - das hat es damit auf sich.

Zusätzlich zur Post von der Bundeswehr erhalten evangelische junge Männer und Frauen in Bayern demnächst auch einen Brief von Landesbischof Christian Kopp: Er wendet sich direkt an die jungen Erwachsenen, die einen Fragebogen zur neuen Wehrpflicht erhalten. Der Bischof weist in dem Brief auf Beratungsangebote der evangelischen Kirche hin, wie die Landeskirche mitteilte.

Eine konkrete Empfehlung zum Thema Wehrdienst freilich gibt es nicht. «Wir können Dir die Entscheidung nicht abnehmen», schreibt Kopp, «aber wir begleiten Dich gern dabei, Deine innere Stimme besser zu verstehen – respektvoll, ehrlich, ergebnisoffen und auf Augenhöhe.»

«Gewissensentscheidung» ist zentral

Weiter heißt es: «Tausende junger Menschen denken gerade darüber nach, wie sie sich in einer unruhigen Welt für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit einsetzen können. Aus evangelischer Sicht ist Deine persönliche Gewissensentscheidung zentral.» 

Es gebe unterschiedliche Wege, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. Der Dienst in der Bundeswehr könne ein Beitrag zum Schutz der freiheitlich-demokratischen Staats- und Gesellschaftsordnung sein, sei aber in besonderer Weise mit Gewissensfragen verbunden. Soldatinnen und Soldaten seien bereit, rechtsstaatlich kontrollierte Gegengewalt anzudrohen und gegebenenfalls auszuüben, um Menschen vor Gewalt, Not und Unfreiheit zu schützen. Zugleich sei dieser Dienst mit dem Risiko verbunden, andere Menschen zu verletzen oder selbst physisch oder psychisch Schaden zu nehmen. Beides verbinde den Wehrdienst in besonderer Weise mit Fragen des Gewissens, schreibt Kopp.

Post für 22.000 junge Erwachsene

Die Briefe gehen den Angaben nach an rund 22.000 junge Frauen und Männer in Bayern, die der evangelischen Landeskirche angehören.

Die Bundeswehr will von Mitte Januar an die ersten Fragebögen zum neuen Wehrdienst versenden. Betroffen sind zunächst junge Menschen des Geburtsjahrgangs 2008. Erbeten werden persönliche Auskünfte wie Geschlecht, Gesundheit, Fitnesszustand, Bildungsabschlüsse, Fahrerlaubnis und die Bereitschaft zum Wehrdienst. Junge Männer müssen, Frauen können diese Fragen beantworten.

Ziel des Gesetzes zum neuen Wehrdienst ist es, wegen der veränderten Sicherheitslage die Truppenstärke der Bundeswehr bis zum Jahr 2035 von derzeit rund 184.000 Soldatinnen und Soldaten auf 255.000 bis 270.000 in der aktiven Truppe zu erhöhen. Benötigt werden zudem 200.000 Reservisten.

Quelle: dpa

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