Bilanz von Ministerium

Wie Bayern bei barrierefreien Bahnhöfen vorankommt

13. Januar 2026 , 13:03 Uhr

Wer im Rollstuhl oder mit Kinderwagen in Bayern mit der Bahn fährt, stößt an vielen Haltestellen auf schwer überwindbare Hürden. Wo Reisende dieses Jahr auf Besserung hoffen können.

In Bayern sollen dieses Jahr 23 weitere Bahnhöfe barrierefrei werden. Der Freistaat wolle dafür wieder freiwillig Geld bereitstellen – in einer ähnlichen Größenordnung wie den rund 17 Millionen Euro des Vorjahres, sagte ein Sprecher des bayerischen Verkehrsministeriums. Final entscheiden muss das noch der Landtag mit dem Haushalt 2026/27.

Die Liste der Bahnhöfe, die barrierefrei ausgebaut werden soll, reicht von A wie Abensberg bis Z wie Zirndorf – die Orte liegen in sämtlichen Regierungsbezirken mit Ausnahme von Oberbayern. Am meisten Bahnhöfe (je fünf) sollen in Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz ausgebaut werden. Die Angaben beruhen laut Verkehrsministerium auf Informationen der DB InfraGO, der Bahn-Tochter, die für die Infrastruktur zuständig ist. 

Schafft die Staatsregierung ihr selbstgesetztes Ziel?

Die Finanzierung ist eigentlich Sache des Bundes. Bayern gibt aber freiwillig Geld dazu – auch um ein Ziel aus dem Koalitionsvertrag der Staatsregierung zu erreichen. 2024 haben CSU und Freie Wähler beschlossen, bis 2028 weitere 100 Bahnstationen im Freistaat barrierefrei auszubauen. «Mit den 28 Stationen in 2024, den 15 Stationen in 2025 und den für 2026 geplanten 23 Stationen wäre man schon bei 66», sagte der Ministeriumssprecher. Man sehe sich damit auf einem guten Weg.

Bis alle Bahnhöfe in Bayern barrierefrei sind, wird es aber noch etwas dauern. Aktuell sind laut Verkehrsministerium 561 von 1.079 Bahnhalten in Bayern so ausgebaut, dass sie zum Beispiel auch für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Kinderwagen ohne Hindernisse nutzbar sind – also etwas mehr als die Hälfte.

Vor allem auf dem Land viele Hindernisse

Besonders an weniger frequentierten Bahnhöfen im ländlichen Raum stoßen Fahrgäste demnach oft auf Hindernisse. Die meisten Stationen, an denen verhältnismäßig viele Menschen ein- und aussteigen, seien dagegen barrierefrei, teilte das Ministerium mit. Rund 82 Prozent der Fahrgäste könnten somit ohne bauliche Hindernisse an Bahnhöfen reisen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) betonte, Barrierefreiheit sei auch für Reisende mit schwerem Gepäck oder mit Fahrrädern essenziell: «Nur mit Barrierefreiheit schaffen wir eine breite Akzeptanz und Nachfrage in der Bevölkerung.»

Quelle: dpa

Bahn Bau Bayern Verkehr

Das könnte Dich auch interessieren

23.01.2026 Bahnstrecke Nürnberg-Bayreuth bleibt bis Frühsommer gesperrt Weiterhin keine Züge zwischen Nürnberg und Bayreuth: Die Strecke bleibt nach Angaben der Bahn noch mehrere Monate gesperrt. Bis dahin müssen im Pegnitztal 18 marode Bahnbrücken instand gesetzt werden. 27.01.2026 Bäume auf Gleisen – Zugstrecken um Nürnberg gesperrt Umgestürzte Bäume sorgen im Raum Nürnberg für massive Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Welche Strecken betroffen sind und wie lang die Sperrungen andauern. 26.01.2026 Bahnausbau München - Freilassing kommt wieder nicht voran Eigentlich sollte die Bahnstrecke München - Mühldorf - Freilassing seit 25 Jahren zweigleisig ausgebaut sein. Die Fertigstellung ist in weiter Ferne. 21.01.2026 Private Bahnen kritisieren Baustellen-Management der DB Private Bahnunternehmen werfen der Deutschen Bahn mangelnde Planung und schlechte Kommunikation beim Baustellen-Management vor. Was sie fordern und warum die Kritik jetzt besonders laut wird.