Die Braugerste ist in Bayern in diesem Jahr deutlich knapper als üblich. Nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft können Bayerns Mälzereien nur rund die Hälfte ihres Bedarfs mit heimischer Qualitätsbraugerste decken. Grund sind vor allem Trockenheit und kleinere Anbauflächen.
In der Vergangenheit machte der Regierungsbezirk Oberfranken rund ein Drittel (ca. 31 %) der gesamten bayerischen Braugerstenfläche aus. Die Region steuerte in guten Jahren weit über 100.000 Tonnen bei. Inzwischen hat Oberfranken jedoch an Attraktivität für den Anbau verloren und liegt bei den Flächen mittlerweile hinter Regionen wie Oberbayern und Unterfranken. Die Hauptanbauflächen innerhalb Oberfrankens liegen im Landkreis Hof.
Für die Brauereien sehen Fachleute aber keinen Engpass. Die bayerischen Mälzereien profitierten von guten Überhängen aus den Ernten der Vorjahre (2024 und 2025). Diese Lagerreserven reichen bis weit in den Herbst hinein, sodass die schwächere aktuelle Ernte nicht sofort vollständig verarbeitet werden muss.
Ein entscheidender Dreh- und Angelpunkt für den Verkauf oberfränkischer Braugerste ist die Mälzerei des Backzutaten- und Malzriesen IREKS in Kulmbach. Das Unternehmen verarbeitet in seinen Mälzereien insgesamt rund 200.000 Tonnen Braugetreide pro Jahr.