Korridorsanierung

Wie die Bahn bei der Strecke Nürnberg-Regensburg vorankommt

29. April 2026 , 14:32 Uhr

Fünf Monate lang müssen Reisende auf der wichtigen Route auf Busse umsteigen. Dafür sollen die Züge auf der erneuerten Strecke zuverlässiger fahren. Zur Halbzeit der Arbeiten zieht die Bahn Bilanz.

Nach der Hälfte der Bauarbeiten an der Strecke Nürnberg-Regensburg dürfen Reisende weiter auf einen pünktlichen Neustart nach der umfangreichen Sanierung hoffen. Die Arbeiten lägen bislang im Zeitplan, teilte die Bahn mit. Ziel sei weiter, dass am 10. Juli wieder Züge zwischen den beiden Großstädten fahren. «Drücken wir gemeinsam die Daumen», sagte Verkehrsstaatssekretär Ulrich Lange (CSU) bei einem Pressetermin an der Baustelle in Laaber (Landkreis Regensburg).

Ersatzbusse sind bislang pünktlicher als einige Bahnlinien

Derzeit müssen Fahrgäste mit Ersatzbussen vorliebnehmen. Nach anfänglichen Problemen und Anpassungen im Fahrplan seien diese jetzt aber zu 96 Prozent pünktlich, teilte die Bahn mit. Lediglich eine von 200 Verbindungen sei im Schnitt ausgefallen. Damit führen die Busse deutlich zuverlässiger als Züge auf mehreren Linien im Freistaat. 

Um nicht ortskundigen Reisenden den Weg zu den Haltestellen der purpurfarben lackierten Busse zu zeigen, sind an größeren Bahnhöfen Mitarbeiter der Busfirmen und Bahnunternehmen im Einsatz. 

Nächste Vollsperrung steht schon bevor

Die erste sogenannte Korridorsanierung der Bahn in Bayern läuft seit Februar. Statt viele Bauarbeiten im laufenden Betrieb einzeln über einen langen Zeitraum zu planen, soll die vielbefahrene Strecke während einer fünfmonatigen Vollsperrung somit umfangreich erneuert werden, so dass die Züge dort langfristig zuverlässiger fahren können – mit weniger Störungen und Verspätungen. Zusätzlich laufen an 20 Halten entlang der Strecke Bauarbeiten. 

Auf der Route sind laut Bahn täglich normalerweise mehr als 350 Fern-, Regional- und Güterzüge unterwegs.

Noch während des Endspurts der Arbeiten zwischen Nürnberg und Regensburg soll die Korridorsanierung auf einem zweiten Abschnitt beginnen: zwischen Obertraubling und Passau. Dort werden die Gleise vom 14. Juni bis zum 12. Dezember gesperrt – so die Planung der Bahn. Auch auf dieser Route müssen Reisende dann auf Ersatzbusse umsteigen.

Nicht alles wird neu an der Strecke

Alles wird damit aber nicht neu an der Strecke, wie Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sagte. Die Erneuerung mancher Brücken bleibe wegen aufwendiger Vorplanungen ebenso ausgespart wie die Digitalisierung der Infrastruktur. Er könne daher nicht versprechen, dass Fahrgäste nach den Vollsperrungen in den kommenden Jahren von weiteren Bauarbeiten verschont blieben, sagte der CSU-Politiker.

Doch zwischen Nürnberg und Passau würden jetzt rund 2,4 Milliarden Euro investiert – und alle Arbeiten einzeln zu planen, würde «wahrscheinlich 15 Jahre dauern». Die Zeit habe man schlicht nicht. Deshalb gelte jetzt: «ein Jahr die Zähne zusammenbeißen», sagte Bernreiter.

Quelle: dpa

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