Wird der Bundestagswahlkreis Kulmbach aufgelöst?: Vorschlag der Wahlkreiskommssion sorgt für Debatten

02. Juli 2026 , 08:08 Uhr

Nach dem neuesten Vorschlag der Wahlkreiskommission könnte Oberfranken einen Bundestagswahlkreis und damit eine Mandat im Bundestag verlieren. Grund sind Verschiebungen in der Bevölkerungsentwicklung. Oberfranken hat Einwohner verloren, in Oberbayern haben die Bevölkerungszahlen zugelegt. Weil die direkt gewählten Abgeordneten jeweils die gleiche Menge an Einwohnern vertreten sollen, schlägt die Kommission vor, einen der fünf Wahlkreise in Oberfranken aufzulösen und den frei gewordenen Wahlkreis nach Oberbayern zu verlagern.

Die Kommission sieht zwei gleichwertige Optionen: Entweder die Auflösung des Wahlkreises Kulmbach oder des Wahlkreises Coburg. Anfang 2023 hatte die unabhängige Wahlkreiskommission schon einmal vorgeschlagen, die Anzahl der oberfränkischen Wahlkreise von fünf auf vier zu reduzieren. Die Kommission schlägt vor, die Entscheidung trifft der Bundestag. 2023 hat die Ampel-Koalition entschieden, die Wahlkreise unangetastet zu lassen.

Dass Oberfranken seine fünf Wahlkreise auch diesmal behält, darauf baut auch Emmi Zeulner, die den Wahlkreis Kulmbach im Bundestag vertritt. Gegenüber Radio Plassenburg macht sie klar, im weitläufige Oberfranken wäre eine Reduzierung in Zeiten zunehmender Politikverdrossenheit das falsche Signal. Größere Wahlkreise bedeuteten längere Wege und weniger Präsenz vor Ort.
Nach Zeulners Worten basieren die aktuellen Vorschläge der Kommission auf dem bisherigen Wahlrecht. Weil der Bundestag aber gerade an einer grundlegenden Reform des Wahlreichts arbeite, meint sie, dass die künftige Einteilung der Wahlkreise dort mit beraten und entschieden werden müsse.

Der CSU-Bezirksvorsitzende in Oberfranken, Martin Schöffel kündigt im Nordbayerischen Kurier an ,er werde sich vehement dafür einsetzen, dass in Oberfranken fünf Wahlkreise erhalten bleiben.

Die IHK zu Coburg warnt vor einem möglichen Verlust des Bundestagswahlkreises Coburg. Der Coburger Raum sei industriell stark, mittelständisch geprägt und der größte Versicherungsstandort in Nordbayern. Solche Regionen bräuchten eine verlässliche und direkt ansprechbare Stimme in Berlin. Auch wirtschaftliche Bedeutung, Erreichbarkeit und die Anforderungen ländlicher Räume müssten berücksichtigt werden.

Kommsion Mandat Oberfrnaken Redfuzierung Wahlkreise

Das könnte Dich auch interessieren

12.10.2026 Erfinderpotenzial in Oberfranken: Neun Finalisten beim Peter-Henlein-Preis 2026 Der Erfindergeist in Oberfranken ist lebendig: Zehn Innovationen stehen im Finale des Peter-Henlein-Preises 2026. Insgesamt 37 Projekte wurden für den Wettbewerb eingereicht, 26 davon hat eine Fachjury genauer bewertet. Unter den Finalisten sind je zwei Projekte aus den Landkreisen Coburg und Bamberg. Die Projekte decken ein breites Spektrum ab – von technischen Entwicklungen über digitale 04.10.2026 Mehr Unterstützung gefordert: oberfränkische Landräte legen 18 Vorschläge vor Die oberfränkischen Landräte fordern vom Freistaat mehr Unterstützung für die Kommunen. Bei einem Treffen mit Finanzstaatssekretär Martin Schöffel ging es vor allem um die angespannte Finanzlage. Rund zehn Prozent der oberfränkischen Gemeinden haben derzeit keinen genehmigungsfähigen Haushalt. Die Landräte wollen deshalb unter anderem eine bessere finanzielle Ausstattung und weniger Bürokratie. Auch das neue Bayerische Modellregionengesetz 28.09.2026 WorldSkills Shanghai: Zwei Oberfranken holen Gold Gold für zwei junge Oberfranken bei den WorldSkills in Shanghai. Tim Arnold aus Gößweinstein und Jakob Distler aus Ebermannstadt haben im Stahlbetonbau den ersten Platz geholt. Bei den WorldSkills treten junge Fachkräfte aus aller Welt in mehr als 60 verschiedenen Ausbildungsberufen gegeneinander an. In Shanghai waren rund 1.400 Teilnehmer aus mehr als 70 Ländern dabei. 25.09.2026 Neue Impulse für die medizinische Versorgung: Oberfranken Offensiv organisiert Workshop Die medizinische Versorgung auf dem Land war Thema eines Workshops von Oberfranken Offensiv in Bamberg. Vertreter oberfränkischer Kommunen haben dabei nach Lösungen für die Zukunft gesucht. Denn gerade kleinere Gemeinden haben Probleme, Hausarztpraxen zu erhalten und Nachfolger zu finden. Vorgestellt wurden vier Praxisbeispiele, dazu gehört unter anderem die mobile Arztpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz. Sie