Zentralstelle Cybercrime Bayern in Bamberg: Darknet-Plattformen mit tausenden Missbrauchsvideos gesperrt

29. Oktober 2025 , 13:34 Uhr

Bayerische Ermittler haben zwei größere Darknet-Plattformen mit Videos von sexuellem Kindesmissbrauch gesperrt. Auf den beiden Seiten seien insgesamt mehr als 350.000 Nutzer registriert gewesen, teilten das bayerische Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg mit. Dort ist das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) angesiedelt.

Den Ermittlern zufolge waren auf den beiden Seiten mehr als 21.000 Videodateien verfügbar. Ein großer Teil der Nutzer habe diese kostenlos angeschaut.

Für den Zugriff auf alle Missbrauchsvideos hätten manche Nutzer aber sogar ein monatliches Abo zum Preis von 0,001 Bitcoin abgeschlossen, was derzeit etwa 95 Euro entspreche. Die Dateien seien insgesamt knapp 900.000 Mal aufgerufen worden – bis die Plattformen im September gesperrt wurden.

Zuvor hatten die Ermittler herausgefunden, dass die Darknet-Seiten in Rechenzentren in Deutschland betrieben wurden. Die Auswertung der sichergestellten Server habe schließlich zu einem 38-Jährigen geführt, der in Brasilien wohnt.

Die brasilianische Bundespolizei habe den Mann im September in Foz do Iguaçu im Süden des Landes festgenommen. Inzwischen sitze der Mann in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung drohten ihm nach brasilianischem Recht mehrere Jahre Haft.

Weil der Mann alle Videos auf den Plattformen nur auf seinem eigenen Server hatte, konnten die Ermittler verhindern, dass die Dateien weiter verbreitet wurden.

Jetzt rückt für die bayerischen Ermittler etwas anderes in den Fokus: die Suche nach Konsumenten und Abonnenten der beiden Seiten. Aktuell gehen die Ermittler davon aus, dass auch Menschen in Deutschland die Plattformen genutzt haben können. Gegen sie soll nun vorgegangen werden.

Bamber Cybercrime Darknet Missbrauch

Das könnte Dich auch interessieren

05.12.2025 Kampf gegen Cybercrime: Bamberger Spezialisten ermitteln wegen Werbung mit Promis Der Zentralstelle Cybercrime Bayern in Bamberg ist gemeinsam mit internationalen Ermittlern ein Schlag gegen eine betrügerische Online-Marketing-Infrastruktur gelungen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und die Polizei Unterfranken aktuell mitteilen, wird jetzt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs ermittelt. J Die Betrüger werben auf Social Media und gefälschten Nachrichtenseiten, dass angeblich Promis und Politiker ihre Seiten empfehlen. Die Betrüger versprechen 16.10.2026 Neue Ermittlungen: Missbrauchsfall in Hofer Kindergarten Neue Missbrauchsvorwürfe in einer Kinderbetreuungseinrichtung in Hof: Wie der Träger – das evangelische Dekanat in Hof – mitteilt, ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft im Kinderhaus Lutherkirche. Bekannt wurde, dass ein langjährig Angestellter im nicht-pädagogischen Bereich  einem 5-jährigen Mädchen unter die Kleidung gefasst haben soll.  Der Träger kooperiert mit den Ermittlern und will sein Schutzkonzept verstärken. Der 31.08.2026 Bedrohungslage hoch und komplex: Bericht zur Cybersicherheit wird heute vorgestellt Die Zentralstelle Cybercrime Bayern, angesiedelt bei der Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg ist die bayernweite Spezialeinheit der Justiz für herausgehobene und schwere Kriminalität im Netz. Spezialstaatsanwälte und IT-Forensiker ermitteln hier gegen internationale Hackerbanden, Ransomware-Erpresser, Darknet-Händler und digitale Betrugsnetzwerke. Die Bamberger Zentralstelle wird heute (14 Uhr ) eine wichtige Rolle spielen, wenn Innenminister Herrmann und Justizminister Eisenreich den 27.08.2026 Verdächtiger begeht Suizid: 49-Jährgier soll Jungen aus Kinderheim jahrelang missbraucht haben Der 49-jährige Mann, dem vorgeworfen wurde, einen Jungen aus einem Kinderheim in Wunsiedel über Jahre sexuell missbraucht zu haben, ist tot. Er hat sich in seiner Haftzelle in der JVA in Hof erhängt. Der 49-Jährige saß seit Anfang März in Untersuchungshaft. Ihm wurde mehrfacher schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes vorgeworfen. Der Mann war bis Dezember