Tennis in Wimbledon

«Beinahe perfektes Match»: Zverev kraftsparend in Runde drei

02. Juli 2026 , 20:16 Uhr

Die Zweitrunden-Begegnung von Alexander Zverev ist lange Zeit eine einseitige Angelegenheit. Der French-Open-Sieger spielt um den Achtelfinaleinzug - wie Jan-Lennard Struff.

Nach seinem überzeugenden Drittrunden-Einzug stimmte French-Open-Champion Alexander Zverev seine Form für den Traum von seinem bisher besten Wimbledon-Abschneiden positiv. «Ich liebe Wimbledon. Aber ich warte noch auf die guten Ergebnisse. Wenn ich so weiterspiele, denke ich definitiv, dass es dieses Jahr passieren kann», sagte der 29-Jährige nach seinem 6:1, 6:3, 7:6 (7:3) gegen den Franzosen Valentin Royer. «Zweieinhalb Sätze habe ich beinahe ein perfektes Match gespielt.»

Mit dem Selbstverständnis eines Grand-Slam-Champions hatte der deutsche Spitzenspieler bis auf einen kurzen Wackler im dritten Satz seine lange Zeit einseitige Zweitrunden-Begegnung klar beherrscht. Bei allen anderen drei Grand-Slam-Turnieren stand Zverev schon im Endspiel, beim Rasenklassiker im Südwesten Londons kam er dagegen noch nie über das Achtelfinale hinaus.

Zverev: Situation anders als in Paris

Auch wenn der spanische Topstar Carlos Alcaraz verletzungsbedingt fehlt und er hinter dem italienischen Titelverteidiger Jannik Sinner an Position zwei gesetzt ist – zu weit nach vorn schauen möchte Zverev nicht. Schließlich habe er im All England Club in der Vergangenheit selten gegen Top-Ten-Spieler, sondern oft gegen deutlich weiter hinten platzierte Gegner verloren. Die Situation beim Rasenklassiker sei deswegen etwas ganz anderes als auf Sand, auf dem er in Paris triumphiert hatte. 

«In Paris weiß ich, dass ich einer der Favoriten bin», sagte Zverev. «Ich kann hier nicht dasselbe sagen. Aber wenn ich gut spiele und wenn ich so performe wie heute, dann kann ich meine Matches gewinnen. Dann kann ich auch gegen jeden gewinnen, das weiß ich.»

Struff fordert Medwedew

Das Achtelfinale kann der Hamburger am Samstag mit einem Sieg gegen den US-Amerikaner Marcos Giron perfekt machen. Schon am Freitag möchte Jan-Lennard Struff gegen den russischen Topspieler Daniil Medwedew überraschen und erstmals in Wimbledon in die Runde der besten 16 einziehen (2. Spiel nach 12.00 Uhr/Prime Video). Die beiden sind nach dem Zweitrunden-Aus von Yannick Hanfmann (gegen den Russen Karen Chatschanow) die einzigen beiden deutschen Teilnehmer, die in der dritten Runde im Einzel noch dabei sind.

Royer kein Gradmesser

Zverev konnte für seinen angestrebten weiteren Weg nun zumindest in seiner zweiten Runde Kraft sparen. «Ich bin froh, dass ich nicht noch einen Satz spielen musste», sagte der Australian-Open-Finalist von 2025. «Ich bin noch nicht alt, aber ich bin in einem Alter, wo man Energie sparen muss.» Das sei auch wichtig für das Selbstvertrauen.

Der Weltranglisten-75. Royer war kein Gradmesser dafür, ob sich Zverev auch in der entscheidenden Turnierphase behaupten kann. Nur im dritten Satz erlaubte sich der Weltranglisten-Dritte eine kurze Konzentrationsschwäche, wackelte aber nur dieses eine Mal bei eigenem Aufschlag. Aus einem 4:2 wurde ein 4:5, doch Zverev fing sich rechtzeitig wieder.

Neun Spiele in Serie für Zverev

Angefangen hatte der Mitfavorit hellwach. Zwar überließ er dem Franzosen noch dessen erstes Aufschlagspiel und lag 0:1 zurück. Doch dann dominierte der US-Open-Finalist von 2020 eindrucksvoll und entschied neun Spiele nacheinander für sich – eine außergewöhnliche Serie. 

Gleich dreimal nahm der deutsche Spitzenspieler seinem Kontrahenten im ersten Satz den Aufschlag ab und machte im zweiten Abschnitt mit dem Break zum 2:0 weiter. Tempo und Präzision in den Schlägen des Deutschen waren für Royer zu stark. Zverev führte 6:1, 3:0, ehe Royer wieder ein Spiel holte. Bis Mitte des dritten Satzes hatte der Olympiasieger von 2021 alles unter Kontrolle. Erst dann leistete sich Zverev mehr leichtere Fehler.

Struff im Tiebreak-Krimi erfolgreich

Nervenstark erreichte zuvor Struff die dritte Runde in Wimbledon. Seine umkämpfte und tags zuvor abgebrochene Partie gegen den favorisierten US-Profi Brandon Nakashima gewann der Warsteiner in einem Tiebreak-Krimi in fünf Sätzen. 4:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 6:7 (6:8), 7:6 (10:7) lautete das Ergebnis aus Sicht von Struff. 

Beim Stand von 2:2-Sätzen war das Duell am Mittag wieder aufgenommen worden. 45 Asse halfen Struff zum Sieg in diesem außergewöhnlichen Aufschlag-Duell. Von 41 Assen seines Kontrahenten ließ sich der deutsche Davis-Cup-Spieler nicht beirren, stellte sein bestes Wimbledon-Resultat ein und möchte dieses nun toppen. «Es ist ein Grand Slam, es ist Wimbledon, es ist schön, ja klar, da ist man top motiviert», sagte Struff.

Quelle: dpa

 

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